berufsphilosophie
 
 
  ...form follows function???   ...less is more???   ...ist der architekt wichtig???  
 

 

Ein bauwerk dient in allererster linie doch einem zweck...und doch sollte es in meinen augen mehr als das sein. Wir indentifizieren uns mit unseren gebäuden...wir leben darin und benutzen sie - doch wir zeigen über unsere wohnung oder unser büro auch gern wie wir leben und arbeiten. Ein gebäude kann durchaus präsentieren wie wir sind oder wie wir gern gesehen werden wollen.

"form follows function" ist ein ansatz..ein leitsatz, kein gesetz. Er bedeutet nicht zwangsläufig den verzicht auf "schönes"...auf "überflüssiges"...auf "verrücktes"...auf "schmuck und ornament".

Wenn diese dinge unserem wohlbefinden dienen erfüllen Sie doch schon einen zweck...und damit folgt die form wieder der funktion.

Doch sollte architektur nicht blendwerk sein...man sollte den dingen ansehen können wofür sie da sind...woraus sie bestehen, vielleicht auch wie sie konstruiert sind, wie sie zusammenhalten, wie sie befestigt sind.

 

 

 

...ist weniger tatsächlich mehr??? in meinen augen trifft das oftmals zu.

Wir leben in einer Zeit und gesellschaft, welche uns mit produkten und materialien geradezu überflutet. Da gibt es z.b. eine schier unendliche zahl von möglichen bodenbelägen... fliesen, natursteine, holzbeläge, kunststoffe, beton und alle haben ihre bestimmung und ihre vor- und nachteile. Ich plädiere dafür, die zahl der uns umgebenden materialen und werkstoffe zu begrenzen, räume sollten möglichst klar, möglichst offen sein. Die geometrie, die farben, formen und materialien können sich besser entfalten, wenn ihre zahl begrenzt und ihre erscheinung aufeinander abgestimmt ist.

Der mensch braucht aus meiner sicht in seiner wohnung...an seinem arbeitsplatz ruhe und eine gewisse ordnung..in diesem sinne ist tatsächlich oftmals "weniger mehr".

Ein angenehmer nebeneffekt ist die reduzierung von gewerken bei der bauausführung, die reduzierung von möglichen fehlern und unverträglichkeiten...nicht zuletzt die reduzierung der baukosten.

 

 

 

nein...ist er nicht! ....und ist er doch!

Aus meiner Sicht ist der architekt dafür da, den willen und die wünsche der bauherrschaft zu erkennen...wo erforderlich bei der willensbildung zu helfen...zu informieren, zu beraten, zu unterstützen. Das gebäude dient der bauherrschaft und jegliches persönliches interesse des architekten ist fehl am platze.

Es gibt sicher auch eine grenze für das, was man (als architekt) im auftrag anderer zu tun bereit ist, doch diese wird nur sehr selten erreicht..sie verläuft dort, wo technische belange nicht mehr erfüllt sind, wo bauschäden vorprogrammiert sind...wo jegliche gestaltungsgrundsätze außer kraft gesetzt sind und einfach die gefahr droht, dass der bauherr später sehr unglücklich mit dem zu werden droht, was ihm im moment richtig erscheint.

Das bauwerk muss etwas sein, mit dem sich der bauherr indentifiziert, was er auch in jahren noch schön findet...was auch in jahren noch funktioniert - ein bauwerk dient nicht dem architekten, es sollte nicht "modisch" sein, es sollte träume erfüllen und doch realitätstauglich sein.

 

 
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
 

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copyright rüdiger kopp / architekt / 2012